Jahresausflug in die Domstadt Speyer
am Mittwoch den 30. Juni 2010
Pünktlich um 7 Uhr starteten wir, 67 Landfrauen, darunter einige Herren und Gäste, vom Gemeindehallenparkplatz aus, in einem komfortablen Doppeldeckerbus der Fa. Knauss mit unserem Busfahrer Hr. Kellner.
Die nicht ganz zweistündige Fahrt führte uns über die Anschlussstelle Mundelsheim auf die Autobahn A 81, weiter Richtung Weinsberger Dreieck, Sinsheim, Hockenheim nach Speyer.
Im Bus stärkten wir uns schon mal für einen erlebnisreichen Tag mit einer frisch gebackenen Brezel.
Um 9.30 Uhr begannen unsere Stadtführungen vor dem Domplatz. Wir wurden dabei in drei Gruppen eingeteilt, mit jeweils 23 Personen.
Unser Stadtführer Hr. Büchner fütterte uns dabei auf unserem Rundgang mit vielen interessanten Informationen und Details:
Speyer, einst herrschaftliches Zentrum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation,ausgestattet mit prachtvollen Bauwerken unterschiedlicher Epochen, romantischen Gassen, sowie beliebten Plätzen und Prommenaden.
Weiterhin ist Speyer
mit über 2000 Jahren eine der ältesten Städte Deutschlands,
- über 50 Reichstage wurden hier abgehalten,
- es gab mehr als 30 Kirchen im Mittelalter,
- 69 Stadttürme,
- heute hat die Stadt 50 000 Einwohner
- und ist katholischer Bischofsitz.
Beeindruckend auch der 1104 erbaute mittelalterliche Judenhof mit Synagoge und Ritualbad.
Das rituale Kaltbad (hebräisch: Mikwe) mit 10 Meter tiefem Badeschacht, diente der rituellen Reinigung von Männern und Frauen (getrennt) nach Zeiten der Unreinheit.
Anschließend bestiegen wir eines der höchsten Stadttore (55 Meter) Deutschlands, den Altpörtel, der zwischen 1230 und 1250 erbaut wurde.
Das oberste Turmgeschoss mit spätgotischer Maßwerksbrüstung und den Arkadenbögen wurde in den Jahren 1512/14 hinzugefügt.
Beim Aufstieg brachten uns die 150 Stufen gehörig ins Schwitzen, wir wurden aber mit einem herrlichen Rundumblick dafür reichlich entschädigt.
Auf unserem weiteren Rundgang durch die Stadt besuchten wir die Dreifaltigkeitskirche, die 1701 und 1717 als lutherische Kirche erbaut wurde. Den Innenraum schmücken ein reich bemaltes Holzdeckengewölbe, sowie vielerlei Holzschnitzereien.
Zum Schluss schauten wir uns noch den Dom von außen an. Die vor dem Jahre 1030 von Konrad dem Zweiten gegründete Basilika ist eines der größten und bedeutendsten romanischen Bauwerke Deutschlands. 1981 wurde der Dom als eines der ersten Gebäude in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.
Vor der Brauereigaststätte Domhof endete nach 2 Stunden unsere Stadtführung.
Dort freuten wir uns nun auf einen vorbestellten Sitzplatz, bei angenehmen Temperaturen, einem kühlen Getränk und einem guten Essen.
Nach dieser Stärkung machten wir uns durch den Dompark, bei hochsommerlichen Temperaturen auf den Weg zur Schiffsanlegestelle der MS Sealife. In diesem Park trennten sich unsere Wege.
Die Entscheidung viel schwer, rechts oder links?
Nur wenige entschieden sich für die linke Seite.
Kurz vor 14 Uhr trafen fünf Landfrauen, samt Busfahrer an der Anlegestelle ein.
Die Zeit war knapp, denn unser Schiff, mit den reservierten Plätzen sollte um 14 Uhr ablegen.
Doch der überwiegende Teil der Landfrauen, die sich für die rechte Seite entschlossen hatten, waren wie vom Erdboden verschwunden!!!
Nach einer kurzen Vermisstenanzeige beim Kapitän schwang sich dieser auf das Fahrrad, und suchte nach den Landfrauen aus Rudersberg. Die er dann auch fand.
Nach wenigen Minuten kamen Sie atemlos um die Ecke.
Das Schiff konnte nun mit einigen Minuten Verspätung doch noch ablegen.
Wir genossen die schöne anderthalbstündige Fahrt auf dem Rhein, vorbei an Flusskreuzfahrt- und Frachtschiffen, zum Berghäuser Altrhein, dazu wurden uns kühle Getränke und nicht ganz abgekühlter Eiskaffee gereicht.
Der Kapitän versorgte uns mit vielen wissenswerten Informationen.
Dabei entdeckten wir ein Storchennest samt Störchen auf der badischen Rheinseite.
Durch die Rheinbegradigung (Fließgeschwindigkeit 3-5 km) –ganz schön schnell- entstanden abgeschnittene Rheinschlingen und viele Altrheinarme.
Die Auen bieten vielfältige Lebensräume für Wattvögel, Leichplätze für Wanderfische, Schlamm und Sandbänke für Amphibien und Insekten, viele Weichholzauen mit verschiedenen Weiden und Pappeln.
Gegen 15.30 Uhr legte unser Schiff wieder an.
Die uns noch verbleibende freie Zeit nutzten wir unter anderem für den Besuch des Domes, zur Kaffeepause oder zum Einkaufen.
Pünktlich um 17 Uhr konnten wir unsere Heimfahrt antreten.
Ein letzter Blick nochmals zurück auf den Dom und den Rhein.
An der Raststätte Kraichgau suchten wir vergeblich nach einem Busparkplatz, um eine kurze Rast mit Vesper zu machen.
Kurz darauf unser unfreiwilliger Halt auf der Autobahn ,"Wir stehen im Stau! Und stehen und stehen und stehen...."
Der Verkehrsfunk meldete uns einen schweren LKW-Unfall mit Vollsperrung der Autobahn.
Nun entschlossen wir uns unser Vesper im Bus einzunehmen.
Eigentlich ging es uns noch richtig gut im Bus: mit Klimaanlage, bequemen Sitzen, Musik, Getränken, Essen und nicht zu vergessen einer Toilette.
Die lange Standzeit von zwei Stunden wurde uns noch versüßt mit einem leckeren Gebäck von Frau Göttker. Vielen Dank dafür!
Endlich wurden wir in Bad Rappenau von der Autobahn ausgeleitet und setzten unsere Fahrt fort.
So kamen wir dann gegen 21.30 Uhr, schon etwas müde, aber wohlbehalten und gesund dank sicherer Fahrweise unseres Busfahrers in Rudersberg an.
Es war ein interessanter, überraschungsreicher schöner Ausflug nach Speyer, der Lust macht, die Stadt mal wieder zu besuchen.
Vielen Dank an Siglinde für die gute Vorbereitungen und Organisation dieses Ausfluges. Es war ein wunderschöner Tag, den wir sicher so schnell nicht vergessen werden.
Angelika Rall
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